Unser Haus

Seit Ende des Jahres 2004 ist die Ernesto-Albertina stolzer Besitzer eines eigenen Verbindungshauses. Seit der Einweihungsfeier am 27.11. findet hier ein großer Teil unseres Bundeslebens statt. Am Adamiberg über der Stadt thronend, hat dieses Haus eine bewegte Geschichte. Bundesbrüder und Gäste treffen sich hier zum Kneipen und Feiern.
Anfang 2012 wurde das sich bis dahin im Eigentum der Stadt Coburg befindliche Anwesen von unserem Bundesbruder v. Schimpf erworben, der es über Monate hinweg aufwändig renovierte. Am  20.10. konnte der Couleurbetrieb in neuem Ambiente wieder aufgenommen werden.

Anschrift:         Adamiberg 8
                            96450 Coburg

 

Das Haus mit neuem Anstrich. Der Kneipsaal. Ein Blick auf den Chargentisch.
     

Die Bar neben dem Kneipsaal.

Das Kaminzimmer unter dem Dach. Das erste Hissen der Fahne im Rahmen der Einweihungskneipe.
     

Der Blick aus den Fenstern im Kneipssal bietet eine wunderschöne Aussicht über die ganze Stadt hinüber zur Veste. Dieses Bild entstand am ersten Weihnachtstag 2007.

Zwei nächtliche Ansichten der Stadt aus dem Februar 2008.

Geschichte unseres Hauses (von AH Bosi)

1727


 

Erstmalige Erwähnung eines Grasgartens auf dem Gelände des Ernst-Albertiner-Hauses. Besitzerin ist die Tuchmacherswitwe Catharina Ketschenbach aus Coburg.
 

1741


 

Der Kaufmann Johann Andreas Adami erwirbt das Grundstück für 360 fl. Kauff- und 3 Specisthaler Gönnegeld. Er ist der Namenspate des Adamiberges, der vorher Kleiner Judenberg genannt wurde.
 

1775



 
Adamis Schwiegersohn, der Hoftrompeter Georg Gotthold Waldsachs, eröffnet auf dem Grundstück den ersten Biergarten Coburgs. Er umfasst neben dem Gelände des Ernst-Albertiner-Hauses auch das Jean-Paul-Häuschen.
 
1803-1804


 

Der deutsche Schriftsteller Jean Paul schreibt hier seinen wohl bedeutendsten Roman „Flegeljahre“. Der Biergarten ist zu dieser Zeit bereits wieder geschlossen.
 

1844


 

Albert Friedrich Schnür, Geheimer Oberfinanzrat, erwirbt das Gartengrundstück am Adamiberg von der Knopfmachermeisterswitwe Catharina Barbara Dietz.
 

1862



 

Geheimer Oberfinanzrat Albert Friedrich Schnür erhält vom Herzoglich Sächsischen Staatsministerium in Coburg die Zustimmung zum Bau eines Pavillons auf dem Adamiberg. Mit der Bauausführung betraut Schnür den Coburger Architekten Paul Gehrlicher.
 

1866




 

Der Kreisgerichtsdirektor Georg Ottilius Schnür wird nach dem Tod seines Bruders Albert Friedrich neuer Eigentümer des Gartenhauses. In dieser Zeit wird das Gartenhaus in der Bevölkerung „Schnürs Pavillon“ genannt. Der Name verdeutlicht einen gewissen Bildungsanspruch des Coburger Großbürgertums, das hier einen gesellschaftlichen Mittelpunkt erhalten sollte.
 

1877








 

Protokoll vom 25. Juni: Kreisgerichtsdirektor Schnür erklärt in der Kämmerei des Herzoglichen Staatsministeriums: „Der Pavillon ist lediglich für gesellschaftliche Zwecke bestimmt; derselbe besteht aus einem großen Salon mit 6 großen Doppel-Logen-Fenstern und 2 kleineren Räumen, die jedoch nicht groß genug sind um darin wohnen zu können resp. dass ein Haushalt darin geführt werden kann, dagegen geht demselben ein Abort, ein Holzstall und eine Waschgelegenheit ab. Bezüglich der Heizvorschriften bemerke ich, dass der Pavillon im Saal einen weißen Porzellanofen enthält, der bloß zur Dekoration bestimmt ist.
 

1889







 

Der Coburger Theatermaler Professor Friedrich Lütkemeyer erwirbt den Pavillon von den Erben des Kreisgerichtsdirektors Schnür. Er nennt das Gartenhaus sein „Tusculum“ (Anmerkung: Tusculum war im Altertum und Mittelalter eine Stadt in Latium, südöstlich von Rom an den Albaner Bergen, in der Nähe des heutigen Frascati gelegen.) Im Untergeschoss, dem sogenannten „Sala terrena“ stellt Lütkemeyer zwei allegorische Steinfiguren auf: den „Morgen“, und „Abend“. Beide Figuren befinden sich heute im Hofgarten.
 

1912

 

Professor Lütkemeyer stirbt im Alter von 70 Jahren. Das Gartenhaus bleibt noch bis 1916 im Besitz seiner Familie.
 

1916

 

Die Niederfüllbacher Stiftung erkauft das Grundstück von der Erbengemeinschaft Lütkemeyer.
 

1917



 

Die Stadt Coburg erwirbt das Grundstück, nebst Gartenhaus. Sie ist bis heute der Eigentümer des Areals. Der Pavillon wird u.a. an den Betreiber der Coburger Schlachthofgaststätten, dem Metzgermeister Bernhard Pfab vermietet. Das Gartenhäuschen wird zu einem Wohnhaus umgebaut.
 
Nach 1945


 
Mehrere Flüchtlingsfamilien aus Schlesien und dem Sudetenland kommen im ehemaligen „Schnürs Pavillon“ unter. Das Gartenhaus bleibt bis 1974 von zwei Coburger Familien bewohnt.
 

1975




 

Die Technische Vereinigung Coburgia zu Coburg mietet das Gartenhaus von der Stadt und baut es im Inneren um. Noch im gleichen Jahr kann das erste „Coburgenhaus“ der Vereinigung seiner Bestimmung übergeben werden. Damit konnte die T.V. Coburgia als erste Korporation in Coburg auch ein eigenes Haus vorweisen.
 

2004



 

Die Schülerverbindung Ernesto-Albertina zu Coburg wird neuer Mieter des Gartenhauses am Adamiberg, nachdem die T.V. Coburgia ihr neues Coburgenhaus in der Adamistraße bezogen hatte. Erneut findet eine umfassende Renovierung des Hauses statt. Gleichzeitig findet eine Umbenennung des Gebäudes in Ernst-Albertiner-Haus statt.
 

2012



AH Schimpf kauft das Anwesen von der Stadt Coburg und renoviert es aufwändig. Am 20.10. kann das Haus von Ernesto-Albertina feierlich wieder eingeweiht werden.
 
Planzeichnung der Nordseite von Architekt Paul Gehrlicher aus dem Jahre 1861 (Sammlung Stadtarchiv Coburg). Schnürs Pavillon im Jahre 1888 (Fotosammlung Stadtarchiv Coburg). Lütkemeyers Tusculum um 1900 (Fotosammlung Stadtarchiv Coburg).